Verbesserungen am Minitrix-VT98 (Art.-Nr. 12554) - 20. 4. 08

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Was lange währt, wird endlich gut… Gut, aber nicht perfekt. Nach rund einem Jahr des Wartens hielt ich nun die Neuauflage des VT98 von Minitrix ( Artikel-Nr. 12554) endlich in der Hand. Bei näherer Betrachtung des an sich recht gut gelungenen Modells stellte ich jedoch schnell einige Unstimmigkeiten fest, die den Nietenzähler in mir erwachen und auf Abhilfe sinnen ließen. So störten mich an der Modellausführung u.a. folgende Dinge:

1. Der Wagenunterbau ist bei allen Fahrzeugen (VT, VB und VT)
gleich und vor allem beim VT und VT zu voluminös.
2. Es fehlen die weiße Hinterlegung der Toilettenfenster sowie die
charakteristischen Schutzstreben vor den Fenstern in den
Gepäckräumen des VB und VT.
3. Die Fenstereinsätze kaschieren die recht hohe Wandstärke des
Gehäuses nur unzureichend.
4. Das Weiß der LED-Beleuchtung ist entgegen des Vorbildes kalt
und leicht blaustichig.
5. Im VB und VS ist der freie Durchblick durch überflüssige
Kunststoffaufbauten der Inneneinrichtung versperrt.

Alles in allem Stoff für 2 entspannende Bastelabende; trotzdem sei als Warnung ausgesprochen, daß die im folgenden beschriebenen Arbeiten nichts für Grobmotoriker sind, da die latente Gefahr besteht, bei unruhiger Hand das Modell zu verschlimmbessern!

Aber nun zur Sache:
Zunächst wird das entsprechende Fahrzeug (VB und VS, am VT habe ich nur die Fenstereinsätze nachbehandelt) in seine Einzelteile zerlegt. Hierzu lötet man zunächst die Kabel von der Platine ab (Kabelfarben mit zugehörigen Lötpunkten dokumentieren!). Da herstellerseitig offenbar mit bleifreiem Lot gearbeitet wurde, empfiehlt es sich, der besseren Verarbeitbarkeit halber nach dem Ablöten der Kabel das verbleibende Zinn auf den Lötpads mit etwas Entlötlitze zu entfernen und später mit bleihaltigen Zinn zu arbeiten. Die Isolierung der sehr dünnen Kabel ist wenig hitzeresistent und schmilzt bei längerem Herumbraten mit dem Lötkolben schnell!
Anschließend können die Leiterplatte und nach Abklipsen der Kupplungsabdeckungen die Kurzkupplungskulisse abgenommen werden. Vorsicht: Hierbei aufpassen, daß der ca. 1 cm lange Federdraht für die Kulissenrückstellung nicht verlorengeht! Der Rest der Demontage ist trivial; die Fenstereinsätze der Seitenwände werden einfach von Hand herausgedrückt; jene der Stirnseiten sind zwar geklebt, lassen sich jedoch durch vorsichtiges Dazwischenfahren mit einem Schraubenzieher zwischen Gehäuse und Fenstereinsatz ebenfalls problemlos entfernen.
Die Wagenbodenabdeckungen werden beim VB und VT teilamputiert, um ein filigraneres Erscheinungsbild zu erhalten. Beim VS müssen danach die nun sichtbaren Kontaktbleche mit schwarzer Farbe kaschiert werden. Man könnte diese zwar ebenfalls noch entfernen und durch alternative Stromabnahmebleche ersetzen, aus Gründen der Einfachheit und der Wartungsfreundlichkeit bei der späteren Reinigung habe ich dies jedoch unterlassen.
Die Details der Arbeiten sind anhand der nachfolgenden Bilder beschrieben, allen Nachbauern viel Erfolg!



Die Unterbodenabdeckung nach der Demontage

... und nach Amputation des Mittelteils (Proxxon oder scharfes Bastelmesser). Die Bohrungen für die Befestigungsschrauben bleiben erhalten

Freier Inenraumdurchblick: Die schraffierten Bereiche werden entfernt (Proxxon und/oder Bastelmesser), nur die Stege für Platinenbefestigungsschrauben und Kabelführung bleiben stehen. Im Bild die Inneneinrichtung des VS.

Anschließend wird die Inneneinrichtung (hier jene des VB) farblich nachbehandelt. Innenraum und Innenwände des Gehäuses erhalten einen braunen, der Gepäckraum einen hellgrauen Anstrich.

Die Innenseiten der Fenstereinsätze werden mit mattschwarzer Farbe behandelt. Die sichtbare Wandstärke reduziert sich dadurch optisch ein wenig, und das Licht der LED-Innenraumbeleuchtung spiegelt sich darin nicht mehr. Vorsicht: Nur die Rahmen behandeln, die Scheiben dürfen keine Farbe abbekommen. Es ist eine ruhige Hand erforderlich, wer sich dies nicht zutraut, sollte darauf verzichten!
Für die Nachbildung der Schutzstäbe für die Gepäckraumfenster wurde mit Sekundenkleber (Zum Auftragen Stecknadel verwenden)0,2 mm dicker Draht eingeklebt. Das Toilettenfenster wird mit weißem Papier hinterlegt, Lackieren mit weißer Farbe ist ebenfals möglich. In diesem Stadium sollte man auch man die LEDs der Innenraumbeleuchtung mit einem orangefarbenem Permanentmarker (Edding 3000, col. 006) nachbehandeln, um deren Blaustich zu beseitigen. Die Lampen des Originals waren gelbliche Funzeln!


Beim Fronteinsatz wurde auf die Schwärzung der Rahmen verzichtet, sie wirkten dadurch zu wuchtig.
Das Anpassen der Gitterstäbe erfordert Geduld. Achtung: Nur beim VB waren die Front- UND Seitenscheiben des Gepäckraumes vergittert, beim VS nur die Seitenfenster!

Der VT erhält noch ein Zuglaufschild (Schriftart Arial, Größe 6), dieses wird von der Vorderseite mit Klarlack eingeklebt, nachdem der Mittelsteg des Oberfensters mit einem Bastelmesser entfernt wurde.

Der Lohn der Mühe: Der VB (rechts) wirkt durch den amputierten Unterbau im Vergleich zum VT (links) deutlich vorbildgetreuer.

Im Detail: Die Fensterschutzstreben im Gepäckraum und das weiß hinterlegte Toilettenfenster von der Seite...

... und von vorn (hier der VB).

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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von HJBW am 20. 4. 08
Einfach Klasse !

Die Geduld hätte ich nicht.

HJBW (Helmut)

Kommentar von keviNdole am 20. 4. 08
Spitze !!!


Michael

Kommentar von Eisenbahner1983 am 10. 8. 09
Hallo Jürgen ;-)

Super Arbeit ! Habe aber noch eine Bitte ! Kannst du noch mehr Bilder einstellen ? Und zwar kompletter Zug von unten (Jetziger Zustand). Mal VT VB VS von der Seite.

LG

Björn

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