Soundumbau der Brawa-V160 - 18. 8. 08

Dieser Eintrag befindet sich in der Kategorie Basteleien, Nenngröße 1:160
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Nach einigen Umbauten anderer Fahrzeugen war ich auf der Suche nach einer nicht zu großen Alltagsdiesellok, die sich auch auf kleineren Anlagen einsetzen läßt. Nach kurzer Recherche war mein Idealkandidat gefunden: Die V160 (Art.-Nr. 1382 in Ep IV-Ausführung bei Ebay günstig ersteigert) von Brawa läßt sich gut auf Nebenstrecken einsetzen und bietet in ihrem Inneren genügend Raum, um Digitaldecoder, Soundbaustein sowie den erforderlichen Lautsprecher unterbringen zu können.
Der Umbau selbst benötigte etwa 3 Stunden Zeit und ist - Geduld und etwas Sorgfalt beim Basteln vorausgesetzt) ohne Spezialwerkeug auch von Otto-Normal-Modellbahner durchführbar, die Umbaukosten liegen bei ca. 110 - 120 €. Benötigt werden:

- Kleinbohrmaschine mit Fräser, Trennscheibe und 1,5 mm-Bohrer
- Schlüsselfeile
- Laubsäge
- Klebstoffe (Plastikkleber, Pattex Stabilit, Ponal)
- Lötkolben mit Bleistiftlötspitze sowie Elektroniklot (Durchmesser 0,5 mm)
- Entlötlitze
- einige 1mm starke Polystyrolreste (z.B. Reste eines Plastikbausatzes)
- Uhlenbrock-Decoder 73400, ca. 30 €.
- Uhlenbrock-Soundmodul 32400 mit passender Sounddatei, ca. 70 €
- Minitrix-Ersatzlautsprecher Nr. 101-101066, ca. 13 €
- Multimeter
- Lupenbrille

a) Mechanische Arbeiten:

Zunächst wird das Modell komplett zerlegt und bei dieser Gelegenheit gleich von der Brawa-typischen Überportion Fett befreit, die bei meinem Modell überall hevorquoll. Die weiteren Arbeiten betreffen hauptsächlich das Ausfräsen des Hauptrahmens im Bereich des Tanks (Platz für Lautsprecher) und einer Schnecke (Platz für Decoder), das Aussparen des Tanks sowie den Bau eines Resonanzkastens für den Lautsprecher. Hierbei ist besonders auf die Luftdichtheit (!!!!!) beim Bau und beim Einbau in die Lok zu achten, damit der Dieselsound später auch überzeugend "rüberkommt" - was er dann auch sehr überzeugend tut, laut- und für den verwendeten Minilautsprecher überraschend baßstark. Beim Zusammenbau sollten übrigens auch die Radschleifer (saßen bei meinem Exemplar viel zu stramm) überprüft und ggf. etwas nachjustiert werden, damit der Antrieb leichtgängiger wird. Abschließend habe ich den Führerstandsbereich des Gehäuses von innen mit schwarzer Revell-Farbe nachbehandelt, um auch die dort vorhandenen Spalte lichtdicht zu verschließen.

b) Elektrische Arbeiten

Diese beschränken sich hauptsächlich auf den Einbau der Digitalkomponenten. Um Platz für die Kabel zu gewinnen, habe ich zunächst die Schnittstellenbuchse entfernt und die Decoderlitzen direkt auf die entsprechenden Lötpads gelötet. Zum Auslöten der Buchse wird der Lötkolben auf die mittleren Buchsenanschlüsse gedrückt und soviel Lötzinn zugegeben, bis alle 6 Buchsenstifte damit kurzgeschlossen sind. Auf diese Weise erreicht man, daß alle 6 Lötstellen simultan aufschmelzen und die Buchse mit einer Pinzette problemlos abgenommen werden kann. Anschließend das Lötzinn mit Entlötlitze wieder entfernen. Vorsicht: Dieser Vorgang muß einigermaßen schnell erfolgen, um ein Ablösen der Leiterbahnen zu verhindern; es ist aber einfacher, als es sich anhört. Am Sounddecoder werden danach die etwas starren Anschlußkabel abgelötet (zuvor Belegung und Kabelfarben notieren) und durch flexible Decoderlitze ersetzt. Nach dem Ablöten sollte das alte Lötzinn (bleifrei?) mit Entlötlitze ebenfalls vollständig entfernt und durch "normales" bleihaltiges ersetzt werden, das eine tiefere Schmelztemperatur aufweist und sich wesentlich besser verarbeiten läßt, da das Verlöten der Litze auf den Minilötpads auch damit schon fummelig genug ist und eine ruhige Hand erfordert. Sind alle Kabel wieder verlötet, sollten unbedingt alle nebeneinanderliegenden Lötstellen mittels eines Multimeters auf Kurzschlüsse überprüft werden! Zur Isolierung wird vor dem Einbau über den Decoder ein Stück Schrumpfschlauch geschoben. Bezüglich der Beleuchtung sollte man die beiden 1000-Ohm-Vorwiderstände durch solche mit 390 Ohm ersetzen, um eine vernünftige Helligkeit der LEDs zu erzielen. Letztere erhalten zur Beseitigung ihres Blaustiches einen Farbüberzug mit einem orangefarbenem Edding. Wichtig: Vor der ersten Probefahrt unbedingt jeden der beiden Motoranschlüsse auf Kurzschluß mit den beiden Gleissträngen prüfen - hier darf das Multimeter keinen Durchgang anzeigen, ansonsten ist der Decoder akut gefährdet.

c) Digitaleinstellungen:

Abweichend von den Werkseinstellungen des Decoders werden folgende CVs mit nachfolgenden Werten programmiert:

- CV1: Wert der gewünschten Lokadresse
- CV 3 und 4: Wert je 5 für Anfahr- und Bremsverzögerung
- CV49: Wert 2 zum Aktivieren des Soundmoduls (wichtig!)
- CV50: Wert 31 zur Erhöhung der LED-Helligkeit



Hauptrahmen und Tank vor der Bearbeitung.

Der Tankbereich wird bis auf eine Restbodenstärke von ca. 0,5 mm ab- und ausgefräst. Alternativ könnte man den Boden komplett aussägen und eine dünne Kunststoffplatte einkleben. Die Befestigungslöcher für den Kunststofftank werden mit 2 Tropfen Pattex Stabilit verschlossen; die rot markierte Bohrung dient der Durchführung der Lautsprecherkabel.

Aus Polystyrolresten wird ein Gehäuse für den Lautsprecher gebaut, das später in den ausgearbeiteten Hauptrahmen eingeklebt wird und mit diesem einen luftdichten Resonanzkasten bildet.

Der Lautsprecher in eingebautem Zustand. Sämtliche Spalte werden mit Pattex Stabilit luftdicht verschlossen, die Kabeldurchführungsbohrung in den Innenraum wird mit einem Tropfen Ponal abgedichtet.

... und so sieht das Ganze von oben aus.

Oberhalb der vorderen Motorschnecke muß im Hauptrahmen noch etwas Platz für den Decoder geschaffen werden.

Die Plazierung von Decoder und Soundmodul. Der Decoder wird mit einem Stück Schrumpfschlauch (zur Not tut es auch ein Streifen Tesafilm) isoliert, das Soundmodul paßt genau in die Platinenaussparung, die ursprünglich für den Decoder vorgesehen war. Die Kabel werden mit etwas Tesafilm an der Platinenunterseite fixiert, damit sie nicht in den darunterliegenden Motor geraten.

Der Sandwich in der Seitenansicht...

... und von oben. Der blau markierte Bereich mußte noch ausgefräst werden, um Platz für die Kabel zu schaffen. Im gelben Bereich wurde ein Stückchen Lochrasterplatine als Kabelverbindung aufgeklebt, um den Anschluß der Lautsprecherkabel zu vereinfachen.

Die Unterseite der fertig umgebauten Lok; der Lautsprecher kann sein Spektakel frei nach unten abstrahlen.
Im aufgegleisten Zustand ist der Umbau optisch nicht zu bemerken - akustisch umso mehr...

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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Meickel am 18. 8. 08
Hallo Rhönbahner
Klasse bericht mit den Fotos zusammen und der Teilebeschreibung trau ich mir das jetzt auch zu.
Bestimmt versuch ich demnächst mal !
Gruß Meickel

Kommentar von Holger am 18. 8. 08
Klasse, vielen Dank,
wenn du da zu noch ein Video drehst,ist das vergnügen perfekt.
LG Holger

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