Tillig Kurzkupplung an GFN Kurzkupplungskulisse - 11. 7. 07

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Für mich hat die Tillig Kurzkupplung soviele Vorteile, dass ich meinen Fahrzeugpark auf diese Kupplung umstellen möchte. Allerdings habe ich damit noch gezögert, da ich nicht nur Fahrzeuge mit NEM-Aufnahmeschacht habe (einfacher Kupplungstausch), sondern auch noch liebgewonnene Altlasten mit alten Kupplungsaufnahmen bei mir schlummern. Natürlich können hiervon einige durch neuere Modelle mit Kulisse ersetzt werden, was mit der Zeit wohl auch geschehen wird.

Einige Fahrzeuge möchte ich jedoch nicht ersetzen, da es sie entweder mit Kulisse oder Normschacht nicht zu kaufen gibt, oder ich, und das sind einige, nachträglich eine Fleischmann Kurzkupplungskulisse 9574 eingebaut habe. Bei einigen davon lassen sich die GFN-Kulissen vielleicht durch Kulissen von PeHo austauschen, bei einigen Wagen geht das sicher nicht. Hierfür muss eine Lösung her.

Nach einigem Überlegen kam ich auf eine Idee, wie das machbar sein könnte. Bei zwei probehalber umgebauten Wagen funktioniert das bisher recht zufriedenstellend (habe aber noch nicht ausgiebig rangiert). Im Folgenden beschreibe ich die notwendigen Umbauschritte der Kupplung.

Zunächst wird die Tillig-Kupplung zusammengesetzt, am besten geschieht das mit einer Normhalterung (im Bild ein Schacht von PeHo).


Dann bohre ich ein 0,5-mm-Loch durch die Kupplung. Die im Bild erkennbare Stelle der Bohrung muss nicht 100% exakt getroffen werden, aber in etwa. Warum wird in den folgenden Bildern deutlich.


Ist das Loch gebohrt, wird die Kupplung wieder auseinandergenommen. Bei hoher Drehgeschwindigkeit des Bohrers schmilzt das Plastik und bildet ziemliche Grate aus, so dass der Bügel in der Kupplung festklemmt. Da hilft dann nur sanfte Gewalt und bei der nächsten Kupplung eine geringere Drehgeschwindigkeit.


Nun kann von dem Bügel der hintere Teil abgetrennt werden (z.B. mit einem Seitenschneider)


Jetzt kommt ein etwas kniffliger Schritt. Das Plastikteil wird von seinen Graten befreit, z.B. mit einem Teppichmesser o.ä. Dann wird mit einem Draht von 0,5 mm Dicke (ich habe entsprechendes Kabel verwendet) der Bügel in dem Plastikteil fixiert. Das Problem dabei ist, Bügel und Plastikteil so zu halten, dass der Draht auch tatsächlich durch das Loch im Bügel durchgeht. Das Spitzfeilen des Anfangs des Drahtes kann da sehr hilfreich sein.

Wichtig ist, dass nach Durchführung des Drahtes der Metallbügel sich frei bewegen kann. Ist das erreicht, werden die Enden des Drahtes um 90° gebogen, damit der Draht nicht wieder herausrutschen kann. Den Draht nicht zu knapp kürzen, die Enden werden noch gebraucht.

Da nun die Mechanik der Kupplung ohne den hinteren Teil, der normalerweise im NEM-Schacht sitzt, auskommt, kann dieser auch entfernt werden. Das ist die Voraussetzung dafür, die Kupplung an die GFN-Kulisse in akzeptabler Länge anbringen zu können. Die Drahtenden werden zu einer Schlaufe gebogen, in die der Schaft der GFN-Kulisse passt. Hier am Beispiel eines Roco Packwagens der ÖBB.

Prinzipiell könnte die Kupplung so angeklebt werden. Bei der Stellprobe war mir die Kupplung aber zu lang. Nun könnte man die Kulisse zurückversetzen (bei neu umzubauenden Wagen könnte die benötigte Lage berücksichtigt werden), das war mir aber zu aufwändig.

Stattdessen habe ich an der GFN-Kulisse die Führung für den Fleischmann-Kopf mit einem Cutter abgeschnitten. Damit gewinne ich den entscheidenden Millimeter.

Die Drahtschlaufen müssen nun natürlich noch an die geringere Schaftdicke angepasst werden.

Dann kann die Kupplung verklebt werden. Hierzu ist zu beachten, dass man den Klebstoff nur seitlich und hinten am Schaft auftragen sollte, da sonst die Gefahr recht groß ist, den Metallbügel festzukleben. Dann hat man eine Kupplung, die nicht kuppelt.

Geklebt habe ich mit dem 2-Komponenten-Kleber von Pattex, der hält erfahrungsgemäß auch am GFN-Kunststoff.

Beim Kleben ist die Ausrichtung der Kupplung von großer Bedeutung. Daher habe ich die Drähte so verbogen, dass die Kupplung fast schon fest auf dem GFN-Schaft klemmt. Zusätzlich habe ich einen Wagen mit NEM-Aufnahme mit Tillig-KK ausgerüstet und beim Kleben die Wagen auf ebenem, geraden Gleis gekuppelt. Im Ergebnis sitzt die Kupplung einigermaßen korrekt, kuppelt gut ein und entkuppelt gut mit dem Magneten. Der Abstand zwischen den Wagen ist m.E. akzeptabel.


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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Roger am 11. 7. 07
Hallo,
sehr nützliche Idee für uns "Tillig-Freaks" um ohne NEM-Schacht auszukommen!
Interessant ist noch: Wie verhält sich die Kupplung mit dem veränderten Drehpunkt beim Auffahren auf eine (schon ausgelöste) Entkuppelvorrichtung?

Gruß,
Roger

Kommentar von sulan am 12. 7. 07
Hallo Roger,

die Frage kann ich leider (noch) nicht beantworten, da ich noch gar keine Entkuppler habe (Anlage ist im Bau).

Grüße,

Udo.

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