Überarbeitung Arnold 75 - Teil 3: Stromversorgung - 30. 6. 07

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Im Zuge des Einbaus des Glockenankermotors (s. Teil 2) habe ich mir auch Gedanken um die Stromversorgung der Arnold 75 gemacht.

Im Originalzustand verfügt die Lok über einen Gummireifen, nimmt dafür auf dieser Seite den Strom von beiden Laufachsen einseitig ab. Damit stehen für die in Fahrtrichtung linke Seite die drei Treibräder, für die in Fahrtrichtung rechte Seite ein Vorlaufrad, zwei Treibräder, ein Treibrad mit Gummireifen und ein Rad der Schleppachse zur Verfügung. Das mag funktionieren, aber eine Verbreiterung der Stromabnahmebasis stört sicher nicht.

Bei meiner Lok ist eine Verbesserung der Stromversorgung dringender: Durch die neuen Räder (s. Teil 1) hat die Lok nun beidseitig einen Gummireifen, womit für die in Fahrtrichtung linke Seite nur noch 2 Treibräder ohne Gummireifen zur Verfügung stehen. Das ist definitiv zu wenig.

Um die Stromabnahmebasis zu erweitern, habe ich zusätzliche Schleifer an den in Fahrtrichtung linken Laufrädern angebracht.

Die Schleifer bestehen aus hartem Messingdraht mit 0,2 mm Durchmesser.


Als erstes werden an zwei längere Stücke des Messingdrahtes je ein Stück dünne, flexible Brawa-Litze angelötet. Nach Abkühlung der Lötstellen wird die Festigkeit der Lötstelle überprüft. Im eingebauten Zustand ist eine Reparatur der Lötstelle kaum vorstellbar.

Schließlich werden die Messingdrahtstücke abgelängt.

Mit Zweikomponenten-Kleber werden die Enden der Drahtstücke an die Deichseln der Laufachsen geklebt. Das Bild zeigt die Vorlaufachse.


Gut zu erkennen ist die Richtung der Litze am Messingdraht, die Größe der Klebestelle und die Ausrichtung des Drahtes.

Beim Ankleben des Drahtes reicht eine grobe Ausrichtung, mehr Aufmerksamkeit sollte auf den richtigen Halt gelegt werden. Ist der Kleber hart, kann der Draht noch gut in die richtige Lage gebogen werden.

Da die Lager der Laufachsen sehr schmal sind, würde der neue Schleifer die Achse weit aus der Mittellage herausdrücken können, ein Schieflauf mit erhöhter Reibung wäre die Folge, vielleicht auch Entgleisungen.

Um dem vorzubeugen, wird an der Gegenüberliegenden Seite ein Abstandhalter angebracht. Ich habe ihn aus einem Messingdraht mit Durchmesser 1 mm gefertigt, indem ich eine Seite plattgefeilt habe, bis sich ein Durchmesser von ca. 0,8 mm ergab. Angeklebt habe ich die Drahtstückchen mit Sekundenkleber.

Beim Kleben sollte man die Achse mit einem Rad montieren, um den Abstandshalter so positionieren zu können, dass er einerseits auf den Radkranz des Laufrades wirkt, andererseits aber nicht hervorschaut.

Das Bild zeigt das Schleppachslaufgestell mit dem positionierten Abstandshalter.

Als nächstes werden die beiden Leitungen von den Laufachsen ins innere der Lok geführt. Dafür werden zunächst Löcher in die Laufachsgestelle gebohrt, dann im Bereich des Motors ein Loch in den Rahmen.

Die vordere Litze kann am Zylinder vorbei geführt werden. Allerdings muss hierbei beachtet werden, dass am Gehäuse ein wenig Material abgenommen werden muss, was zu einem Durchscheinen der Beleuchtung führen kann. Da ich mich gegen die Frontbeleuchtung entschieden habe (s. Teil 2), stört mich das nicht.

Die Seitenansicht der Lok lässt die Litzenführungen erkennen.

Von unten sind die Bohrungen in den Laufgestellen zu sehen.

Die fertig verdrahtete Lok.

Die anschließenden Fahrtests ergaben, dass die Feinjustage der Schleifer etwas diffizil ist. Es gibt drei Einstellmöglichkeiten, die über das Funktionieren der Konstruktion entscheiden:
1. Anpressdruck der Originalschleifer der Laufräder
2. Anpressdruck der neuen Schleifer der Laufräder
3. Anpressdruck der Laufachsen auf das Gleis
Es ist klar, dass zu niedrige Anpressdrücke eine schlechte Stromversorgung und zu hohe Anpressdrücke ein Blockieren der Laufachsen bewirken. Dem Blockieren wirkt wiederum eine Erhöhung des Anpressdrucks der Laufachsen entgegen, was natürlich die Zugkraft der Lok vermindert, dafür aber zu erhöhter Entgleisungssicherheit führt. Des Weiteren ist ein relativ hoher Anpressdruck der Laufachsen auf das Gleis notwendig, damit die Original-Arnold-Stromabnahme an den Laufachsen tatsächlich funktioniert.

Letztlich habe ich eine Einstellung gefunden, bei der alles zusammenpasst. Die Lok fährt sicher auch über nicht optimal liegende Teststrecken. Die Zugkraft dürfte immer noch um einiges oberhalb der Lok ohne Gummireifen liegen. Durch Auffüllen der Leerräume im Innern mit Blei wird sie sich noch erhöhen lassen.

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