Überarbeitung Arnold 75 - Teil 1: Räder & Steuerung - 27. 6. 07

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Irgendwie kam mir die Arnold 75 immer komisch vor, beim Betrachten von Bildern der Lok erschien immer irgendetwas unstimmig. Daher habe ich auch nie eine gekauft.

Dann fiel mir eine 75 ohne Motor für ganz kleines Geld in die Hände. Allerdings in der Reichsbahn-Version ohne Schornsteinaufsatz. Gekauft habe ich sie doch.

Nachdem die Lok den Eindruck bestätigt hat, irgendwie nicht stimmig zu sein, lag sie erst einmal in ihrer Kiste. Dann habe ich ein DB-Gehäuse für die Lok erstehen können. Nun wollte ich doch wissen, was an der Lok nicht richtig passt.

Im Ergebnis sind es 3 Dinge, die m.E. den Eindruck der Lok beeinträchtigen:

1) Die Treibräder sind zu klein. Das sind zwar nur 0,6 Millimeter, aber umgerechnet immerhin 96mm und damit fast der Unterschied zwischen 1500-mm-Rädern (z.B. BR 64) und 1600-mm-Rädern (BR 75).

2) Die Laufräder sind etwas zu groß (gut 0,25mm entsprechend 40mm) und wirken durch ihre hohen Laufkränze noch größer. Zusammen mit den zu kleinen Treibrädern ergibt sich der Eindruck, die Lok liege zu tief.

3) Die Steuerung ist zu grob. Dadurch verstärkt sich der Eindruck, dass die Lok zu tief liegt.

Diese drei Eigenheiten des Modells verderben das stolze Erscheinungsbild der 75.10-11.

Soweit meine Bestandsaufnahme. Ich machte mich auf die Suche nach Ersatzrädern. Da mein Modell ohnehin keine brünierten Radreifen hatte, hoffte ich dadurch zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Vom Durchmesser her passende Ersatzräder gibt es von Fleischmann bei der 78. Glücklicherweise haben die Fleischmann 78 und Arnold 75 denselben Durchmesser der Treibachsen, so dass die Arnold-Räder einfach gegen die Fleischmann-Räder ausgetauscht werden können.

Drei Dinge müssen dennoch angepasst werden:
a) Im Bereich des vorderen Treibradsatzes muss etwas am Zylinderblock abgefeilt werden, damit der Spurkranz nicht schleift.
b) Da die Radnaben der Fleischmann-Räder dünner sind als die der Arnold-Lok, müssen am Rahmen Abstandhalter angebracht werden (z.B. 0,2-mm-Drahtstücke), da sonst die Stromabnahme-Schleifer von den Spurkränzen rutschen können.
c) Die Kurbelzapfenöffnung der Fleischmann-Treibräder passen nicht zu den Kurbelzapfen der Arnold-Lok. Entweder klebt man die ein oder verschließt die Löcher in den Rädern um sie anschließend etwas kleiner aufzubohren.

Das Problem Steuerung lässt sich nur mit etwas mehr Mühe beheben, weil (zumindest mir) keine feinere, einigermaßen passende Steuerung eines anderen Herstellers bekannt ist.

Ich habe eine Seite probeweise mit einem Kreuzkopf samt gekürzter Treibstange einer GFN-56 ausgerüstet und den Voreilhebel sowie eine weitere Stange aus dünnem Blechstreifen erstellt. Ein Teil von einer Roco 80 bildet die Schieberstange nach.


Das Modell, so wie ich es bekam: 75 1010 der DRG mit Original-Rädern und -Steuerung

Hier nun die 75 1010 mit den neuen Rädern: Treibräder der Fleischmann 78, Laufachsen der Fleischmann 23. Wie ich finde, kommt der Eindruck dem Original schon näher. Befremdlich wirkt auf mich noch der kurze Schornstein.

Hier nun das nachgekommene DB-Gehäuse, als 75 1118 beschriftet und mit hohem Schornstein.

Und hier nun die 75 1118 von der Seite mit der neuen Steuerung. Die filigranere Steuerung unterstreicht den Charakter der Lok. Für mich hat sich der Aufwand gelohnt.


Die Umrüstung der 2. Seite steht als nächstes an und natürlich der Antrieb. Ein Maxon-Motor ist bereits bestellt, die Stromaufnahme werde ich mir auch noch ansehen müssen: Durch die neuen Räder hat die Lok nun 2 statt vorher einen Gummireifen. Es wird zu prüfen sein, ob die Laufachsen zur Stromaufnahme herangezogen werden können und ob das Fahrverhalten dann noch ausreichend ist. Wenn nicht, werden die Gummireifen verschwinden.

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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Reinhard R.,Landshut am 2. 7. 07
Hallo Udo,
schöner Umbau, gefällt mir gut!
Könntest Du den Umbau der Steuerung noch etwas genauer schildern?(Schieberkreuzkopfführung? Verkürzte Treibstange - wie?)
Gruß Reinhard

Kommentar von sulan am 9. 7. 07
Hallo Reinhard,

danke für das Lob!

Den Umbau der Steuerung wollte ich mit Fotos beschreiben, wenn ich die zweite Seite umbaue - dafür fehlt mir allerdings die zweite Treibstange, komischerweise hatte ich nur eine in meiner Bastelkiste gefunden, eine weitere ist bei GFN bestellt.

Da das Ersatzteil noch auf sich warten lässt, hier etwas detaillierte Beschreibung (ich hoffe, ich verwende die richtigen Begriffe für die Steuerungsteile):

Von der Originalsteuerung habe ich den ganzen Teil, der mit Voreilhebel und Schieberstange zusammenhäng, ebenso wie Kreuzkopf und Treibstange entfernt.

Der GFN-Kreuzkopf der 56 läuft problemlos auf der Kreuzkopfführung von Arnold, kann also ohne Probleme übernommen werden.

Die GFN-Kreuzköpfe haben ja ein Öse, in der der Voreilhebel von oben hereinhängt und mitgenommen wird. Diese Öse ist zu größ, d.h. sie schlägt am Zylinder an. Ich habe die Öse abgeschnitten / abgefeilt. Zur Verbindung mit dem neuen Voreilhebel habe ich ein 0,1-mm-Loch in die vordere Ecke des GFN-Voreilhebels gebohrt (mit der Hand, ohne Maschine, da das Plastik ziemlich weich ist und schnell schmilzt) und mit dem Bohrer ein wenig aufgerieben, vielleicht auf maximal 0,2 mm.

Den senkrechten Teil des Voreilhebels habe ich aus Blech mit der Schere geschnitten. Am unteren Ende habe ich den Blechstreifen sehr dünn und schmal gefeilt, er muss ja durch das eben gemachte Loch durch und sich darin auch drehen können. Das Ende wird um 90° gebogen, durch das Kreuzkopf-Teil gesteckt, gekürzt und durch nochmaliges Biegen gegen Herausrutschen gesichert.

Die neu Schieberstangenimitation samt Führung ist von einer Roco 80, ich habe sie an den Zylinder geklebt (wird auch noch lackiert werden, wenn die andere Seite auch fertig ist).

Die obere horizontale Stange habe ich aus dünnem Blech geschnitten und an den Arnold-Steuerungsträger gelötet. Am Ende hat sie eine Öse, in der der neue Voreilhebel geführt wird. Der Voreilheben wird hindurchgesteckt und abgelängt (ohne Umbiegen).

Durch die Hin- und Herbewegung des Kreuzkopfes steht der Voreilhebel mal mehr, mal weniger senkrecht. Da er immer gleich lang ist, schaut er mal mehr, mal weniger aus der Öse oben heraus. Vielleicht nicht optimal gelöst, für mich aber optisch tragbar. Auf dem Foto schaut er gerade nicht heraus, weil der Voreilhebel maximal schräg steht. Dafür sieht man auf dem Foto, dass die Öse in der horizontalen Stang etwas zu lange ist. Stört mich aber nicht so sehr, dass ich sie nochmal mache.

Ist das alles fertig, muss die Treibstange gekürzt werden. Ich habe die Treibstange da, wo der rot ausgelegte Teil anfängt, mit einem Seitenschneider durchtrennt. Übrig bleibt die Öse, in die der Kurbelzapfen eingreift. Nun habe ich die Steuerung montiert, die Öse montiert und dadurch erfahren, um wieviel die Kuppelstange gekürzt werden muss.

Dann die Schnittstellen mit der Feile ein wenig angeschrägt und die Öse an die gekürzte Treibstange angelötet (ca. 300 - 350°, normales Lötzinn). Dazu habe ich die Öse auf ein Holzbrett genagelt, so dass ich nur die Kuppelstange halten musste beim Löten.

Als ich dann alles wieder eingebaut habe, stellte ich fest, dass die Kuppelstange noch zu lang war. Also auseinanderlöten, kürzen und wieder zusammenlöten.

Zum Schluss stellte ich fest, dass die ganze Konstruktion immernoch zu wenig Hub hatte, daher habe ich das Loch in der Kuppelstange zu einem Langloch erweitert, solange, bis alles sehr leichtgängig lief. Was es noch immer tut.

Ich hoffe, durch diese Beschreibung ist etwas besser klargeworden, wie die neue Steuerung entstand. Wenn ich die zweite Seite mache, mache ich dann auch Bilder & einen neuen Eintrag.

Grüße aus dem Ruhrgebiet,

Udo.

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