Tillig KK an alten GFN Drehgestellloks (103/140/151/218) - 9. 9. 07

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Die Umrüstung meines Fahrzeugsparks auf Tillig Kurzkupplungen schreitet voran, wobei es diesmal wieder um die Umrüstung von Altlasten ohne NEM-Aufnahmeschacht geht: Fleischmann-Drehgestellloks, von denen über die Jahre einige in meinen Bestand gekommen sind.

Mittlerweile gibt es die meisten dieser Modelle von Fleischmann in neueren Ausführungen mit NEM-Aufnahmeschacht. Ein Umrüsten der alten Modelle würde aber den Austausch des Drehgestellblocks samt Kupplungsaufnahme bedeuten. Das erschien mir zu aufwändig und zu kostspielig, daher suchte ich nach einer anderen Möglichkeit.

Die Möglichkeit, die ich hier vorstellen möchte, hat den Vorteil, relativ kostengünstig zu sein und nicht viel Arbeit zu verursachen. Der Nachteil gegenüber den neu konstruierten Drehgestellen von Fleischmann ist, dass mit meiner Methode die Kupplung starr am Drehgestell sitzt. Allerdings konnte ich bisher beim Betrieb mit solchen Konstruktionen keinen Nachteil feststellen (Brawa Dieselloks wie 232 oder 216 haben die Kupplung von Hause aus starr am Drehgestell).

Wesentlicher Bestandteil bei der Umrüstung alter Fleischmann Drehgestellloks ist ein NEM-Schacht, wie er von Fleischmann in der 98.8 (7098) verbaut ist. Dieser ist bei Fleischmann als Ersatzteil mit der Nummer 387003 unter dem Namen "Kupplungs-Adapter" bestellbar und kostete im Dezember 2005 knapp 1,70 EUR pro Stück.

Die eigentliche Aufgabe bei der Umrüstung auf Basis dieses Ersatzteiles besteht darin, den Kupplungsadapter mit eingeklippster Kupplung so zurechtzufeilen, dass er in die vorhandene Kupplungsaufnahme eingelegt werden kann. Günstig ist, dass an der Höhe des Adapters (abgesehen von der Entfernung von "Noppen" oben und unten) nichts verändert werden muss, um eine funktionierende Kupplungshöhe samt festem Sitz im Drehgestell zu erreichen.

Bei den Loks dagegen ist der Pin, der bisher die Kupplung hielt, zu entfernen. Darüberhinaus sind bei manchen Loks weitere Arbeiten an der Kupplungsaufnahme nötig, ein Cuttermesser und eine Feile sind als Werkzeuge für die anfallenden Arbeiten an Lok und Adapter ausreichend.

Das erste Bild zeigt eine Skizze der - von Modell zu Modell im Detail unterschiedlich ausgeprägten - notwendigen Anpassungen des Kupplungsadapters.




Im nächsten Bild ist die bereits bearbeitete Kupplungsaufnahme samt Kupplung für eine 218 zu sehen:




Damit der Kupplungsadapter in die alte Aufnahme passt, ist an der Aufnahme der Befestigungspin zu entfernen. Er lässt sich mit einer Zange greifen und abbrechen. Das nächste Bild zeigt den fehlenden Pin.



Im nächsten Bild ist die Aufnahme in das Drehgestell eingesetzt:



Und hier die Lok mit der neuen Kupplung:


Bei der 103 stört der Abschluss der Original-Kupplungsaufnahme hinter der Kupplung (siehe Pfeil). Hier muss eine Aussparung für den Kupplungsadapter geschaffen werden:



Der angepasste Kupplungsadapter im bearbeiteten Drehgestell:



Und die fertige 103:


Zum Abschluss zwei weitere Beispiele: Ein Adapter in der 140 ...



... und in der 151:


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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Roger am 9. 9. 07
hallo Udo,
danke für den interessanten Beitrag!

Etwas komfortabler ist die Variante mit dem Peho-Schacht 601, der ist dann nicht starr im Drehgestell (alles außer der oberen Platte entfernen und drunter kleben).
Zu meiner eigenen Überraschung funktioniert auch die billige Pfuschlösung: Nur den Stift kürzen und die Feder rausnehmen, die Tillig kürzen und zurechtschnitzen bis sie reinpasst. Sie bleibt dabei sogar leicht drehbar - das funktioniert sogar ohne Rückstellfeder! Die Zugbelastung wird dabei durch die Stifte an der Tillig gegen die stirnseitige Verblendung des Kupplungskastens übertragen, Schubkräfte über die Verdickung der Kupplung...

Gruß,
Roger

Kommentar von sulan am 10. 9. 07
Hallo Roger,

danke für den Hinweis auf den Peho-Schacht 601, werde ich ausprobieren, sind ja noch einige Fahrzeuge umzurüsten hier.

Die Tilligkupplung ohne extra Halterung einzubauen hatte ich als erstes versucht. Ich habe es aber nicht ohne Höhenspiel der Kupplung hingekriegt. Ergebnis: 1. Seltene, aber doch vorhandene Abhäng-Vorgänge im Betrieb, 2. Probleme bei der Entkupplung mit Magneten. Daher die hier vorgestellte Variante.

Hast Du noch weitere Erfahrungen bzgl. Umrüstung von Alt-Fahrzeugen auf die Tillig-KK? Ich habe da noch einige Kandidaten, die ich mit der Zeit umrüsten möchte.

Grüße,

Udo.

Kommentar von Roger am 11. 9. 07
Hallo Udo,
nein, das waren bisher meine einzigen Versuche.

Nochmal zur Pfuschlösung: das Höhenspiel kann man einstellen indem man die Länge des oben liegenden Stiftes (als Anschlag) abstimmt, die Unterseite ist durch den Kastendeckel gegeben. Dadurch entfällt das vertikale Spiel und die Kupplung funktioniert so (zumindest bei mir: problemlos)

Gruß,
Roger

Kommentar von sulan am 11. 9. 07
Hallo Roger,

schade, dann muss ich selbst Lösungen suchen, wenn mal wieder Zeit ist. Kommt Zeit, kommt Blog.

Zur "Pfusch"lösung: Danke für die Erklärungen, hab wahrscheinlich beim Ablängen des Stiftes zuviel weggeschnitten.

Grüße,

Udo.

Kommentar von ismael am 15. 9. 07
Hallo!

Nur ganz allgemein: Die Tillig-KK ragt bei manchen Modellen über die Puffer-Unterkante - ein Einsatz der Tillig-KK ist daher nur dann möglich, wenn man nur großzügige Radien verwendet, sodas die Kupplung in Kurven nicht unter die Puffer kommt - ansonsten würde die Kupplung den ganzen Wagen aus den Schienen hebeln.

lg
ismael

Kommentar von Roger am 18. 9. 07
Hallo Ismael,
das ist zwar richtig, betrifft nach meiner Feststellung aber wirklich nur Zugzusammenstellungen mit langen Wagen auf sehr engen Bögen. (Richtiger: Wagen mit langem Überstand)
Wer sich an NEM 111 orientiert (und nicht vollkommen ausreizt) dürfte dieses Problem aber ehr selten haben!
Zwei Möglichkeiten zur Abhilfe: Kupplungen etwas nach unten biegen (ist im Betrieb problemlos!) und/oder Puffer innen von unten etwas anfasen.
(Oder natürlich nach Möglichkeit auf die Kleinstradien verzichten...)

Wesentlich häufiger ist das Problem der Kollision von Haken und Pufferbohle beim Kuppeln selber. Da hilft nur ausklinken der Pufferbohle (in der Mitte reicht, da die Kulisse zum kuppeln eh grade stehen muß) - man sieht es anschließend aber praktisch nicht, da ja der Haken davor ist.

Gruß,
Roger

Kommentar von Roger am 26. 9. 07
hallo nochmal,
eine Variante habe ich doch noch:
Die Pfuschlösung funktioniert besonders gut beim Roco-Schacht. Besonders gut da zerstörungsfrei:
Klammer herunternehmen, Klaue und Feder rausräumen.
Tillig kürzen, Noppen rechts und links auf Schachtbreite bringen. Nun kann man entweder den Schachtschlitz etwas weiten, oder die Tillig an entsprechender Stelle verjüngen.
Einbauen und Deckel wieder draufclipsen - ready to use...

Gruß,
Roger

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