British Level Crossing - 20. 9. 07

Dieser Eintrag befindet sich in der Kategorie Basteleien, Nenngröße 1:160
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Hallo Freund der englischen Modellbahnen!
Auf meiner Modellbahn der englischen Great Western Railway habe ich einen Bahnübergang von Peco eingebaut. Dieser ist ab Werk leider nicht motorisiert, sondern die Schwenktore werden in die Grundplatte geklebt und manuell geöffnet bzw. geschlossen.
Ich möchte hier gern den von mir vorgenommenen Umbau des Bahnübergangs mit beweglichen Toren und Beleuchtung vorstellen. Die Idee war, die Rotationsbewegung der Tore in eine lineare Bewegung umzusetzen, und auf der Antriebsseite die lineare Bewegung in eine Kurbelbewegung zu wandeln. Dies hat zur Folge, dass die Bewegung der Tore sehr realistisch erscheint, langsam auf, schnell schwenken und langsam schließen. Die ganze Mechanik dazu sollte im nicht sichtbaren Bereich für einen langen fehlerfreien Betrieb robust ausgeführt werden. Zur Funktion gibt es auch ein Video unter:

www.myvideo.de/watch/2372438

Viel Freude beim Anschauen



Zuerst wurde die Basis des Bahnübergangs mit einer Korkunterlage zur Anpassung an das Anlagenniveau auf eine Holzplatte geklebt.

Anschließend wurden die Positionen der Achsen genau markiert, damit die Tore sowohl bei offenem als auch im geschlossenen Zustand so dicht wie möglich schließen. Zur etwas einfacheren Ausführung wurden die Tore in den normalerweise stationären Pfosten eingeklebt und als Ganzes später in die Drehachsen geklebt. Die Bohrungen für die Drehachsen in der Grundplatte wurden senkrecht auf einem Bohrwerk eingebracht. Für die Lagerung der Drehachsen wurden Messingrohre in der Länge der Bohrungen senkrecht eingeklebt, unten etwas überstehend.

Die Drehachsen wurden aus verschiedenen Messingprofilen zusammen gelötet und von unten in die eingeklebten Lagerungen gesteckt.


Damit die Drehachsen nicht nach unten herausfallen und später immer in Position gehalten werden, wurden dünne Federbleche montiert, die von unten gegen die Drehachsen drücken. Drehachsen und Federbleche haben Bohrungen, damit später die Kabel für die Beleuchtung durchgesteckt werden können.

Zur Betätigung der Drehachsen wurde eine Kunststoffplatte mit Kulissenführungen auf eine kleine Gleitschiene montiert. So ließen sich die Tore durch Verschieben der Platte bereits bewegen. Anschläge beschränken den Verschiebeweg in jeder Richtung.

Für den Antrieb stand noch ein Getriebemotor aus einem alten Diaprojektor zur Verfügung. Auf die Welle wurde ein Stellhebel mit Kugelgelenk geklebt, der über eine Schubstange die Kulissenführung betätigt. Der Stellhebel löst bei einer Umdrehung abwechselnd zwei Rollenschalter aus, die um 180° versetzt zueinander montiert sind. Über eine elektrische Schaltung stoppen diese den Motor jeweils in den Stellungen Tore offen bzw. zu. Ebenso ist der Fahrstrom für den Bahnübergang nur dann frei geschaltet, wenn die Tore für den Straßenverkehr geschlossen sind.
Die ganze Antriebseinheit wurde mit Gummipuffern unter der Anlage montiert, damit das Motorgeräusch soweit wie möglich gedämpft ist. Wegen begrenztem Einbauplatz, musste die Stellbewegung noch mit einem Winkel umgelenkt werden.



Zur Beleuchtung für den Nachtbetrieb wurden zwei Micro-LEDs vorab mit Anschlüssen versehen und auf die Tore geklebt.
Zur Abdeckung der LEDs wurden winzige Laternengehäuse aus Kupferblech gebogen, lackiert und auf die LEDs geklebt. Die Kabel wurden wie vorab beschrieben nach unten durch die Drehachsen geführt.


Auch wenn ich zuvor stark gezweifelt hab, diese Miniatur herstellen zu können, so freut es mich jetzt umso mehr, dass alles funktioniert. Die Tore öffnen und schließen nahezu geräuschlos mit langsam elegantem Schwung und bremsen vor Erreichen der Endpositionen sichtbar ab. Wenn dann noch die Laternen eingeschaltet werden, ist die Stimmung perfekt.



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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Roger am 20. 9. 07
Klasse Henning!
gute Idee solide umgesetzt - ich bin begeistert!

meint
Roger

Kommentar von Jack am 20. 9. 07
Hallo Henning,
Das ist ja super, was Du da gebaut hast, habe auch das Video angeschaut. Die schliessen wirklich sehr weich und langsam! Kompliment und Note 1

Grüsse von
Paul

Kommentar von Claus B. am 20. 9. 07
Hypergenial!

Kommentar von Otti am 20. 9. 07
JAWOLL !!!
Es lebe die Feinmechanik ;-)

Gruß, Roman

Kommentar von koesters60 am 3. 10. 07
Woow, das ist ja irre
.... und ich dachte, High Tech muß heute Digital sein ... es lebe die Feinmechanik .... bin neidisch da ich so was nicht kann ...

Gruß von einem Analogen der digital mit PC steuert

Bernd vom Bodensse

Kommentar von koesters60 am 3. 10. 07
Woow, das ist ja irre
.... und ich dachte, High Tech muß heute Digital sein ... es lebe die Feinmechanik .... bin neidisch da ich so was nicht kann ...

Gruß von einem Analogen der digital mit PC steuert

Bernd vom Bodensse

Kommentar von gleisläufer am 1. 8. 08
Einfach ein Genuß diese Feinmechanikerarbeit, Gratulation!

Deine "wicket gates" sind sehr gut geworden.
Ich versuche mal ein Foto einzustellen, wo die wicket gates den BÜ für den Zugverkehr geschlossen haben, während Fußgänger und Autos/Fuhrwerke/Lkws "freie Fahrt" haben.
Das Foto stammt aus dem Buch von H.W. Paar 2 The Great Western Railway in Dean, London 1965, S.48-49 oben.
Wenn ich die engl. BÜs richtig verstehe, dann klappen die Tore über das Gleis wenn ein Zug durch, damit die Leute, Autos usw nun sicher kreuzen können und bei Nichtbeachtung der Signale der Zug die Tore zertrümmert = gerichtswürdiger Beweis?
fragt
Gleisläufer

/Users/rainer/Desktop/N.GB.jpg


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