Schiffshebewerk Henrichenburg - 7. 5. 18

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Nachdem der Eigenbau einer drehbaren Fachwerkbrücke aus Messingprofilen recht gut von der Hand ging, stellte sich die Frage, welch ein Modul für unsere Anlage als nächstes zu bauen wäre. Möglichst unter Verwendung des neu gewonnenem Selbstvertrauens im Löten von Messingprofilen.

Meine Freundin brachte dabei den Vorschlag eines Schiffhebewerkes in die Diskussion ein. Uns waren im Wesentlichem nur die Hebewerke in Niederfinow und Magdeburg Rothensee bekannt. Mein Modellbaukollege kannte jedoch aus eigener Anschauung auch das alte Hebewerk Henrichenburg am Dortmund-Ems-Kanal. Dieses gefiel uns architektonisch wesentlich besser. Kein Wunder, stammt es doch aus der Kaiserzeit (eröffnet 1899), als man noch wesentlich mehr Wert auf schmückende Details legte.

So stand also der Entschluss fest und es ging an die Planung und den Bau, was uns ein knappes Jahr gut beschäftigen sollte


Das Schiffshebewerk Henrichenburg am Dortmund-Ems-Kanal auf einer zeitgenössischen Postkarte.

Planung des Moduls:

Leider befindet sich in unmittelbarer der Nähe des Hebewerkes keine Eisenbahnlinie. Da wir das Umfeld im Zeitraum um 1910-1920 jedoch möglichst originalgetreu gestalten wollten, wird das Gleis der Modulanlage in diesem Bereich weitestgehend im Tunnel verlegt.

Anhand alter Unterlagen planten wir die Geländegestaltung. Der Abzweig zum Rhein-Herne-Kanal wurde etwas näher an das Hebewerk geschoben, um das Modul von den Abmessungen her noch im PKW zu Ausstellungen transportieren zu können.

Die zwei Kreise hinter den Kulissen sind Drehteller, um die Schiffe wenden zu können. Natürlich soll das Modellhebewerk auch Schiffe heben und absenken. Hierfür wurden Artitecschiffe mit Fahrwerken des Faller Car Systems versehen.

Die Teile der Fachwerkkonstruktion wurden zum größten Teil aus Messingprofilen gelötet. Eine Teile entstanden allerdings aus aus Elementen des Auhagen Stako Systems.

Mauern, Portale und Türme des Hebewerkes wurden anhand von alten Zeichnungen im Computer nachmodelliert und 3D-gedruckt.

Die fertigen Teile des Hebewerkes vor der Endmontage. Hier gut zu erkennen die Auftriebskörper, welche in Brunnenschächten das Gewicht des zu hebenden Troges kompensieren.

Das Basismodul im Rohbau. Erkennbar die verspachtelten Fahrspuren des Faller Car Systems.

Stellprobe mit Villa des Hebewerkleiters, Schiffshebewerk, Kesselhaus zur Stromerzeugung und Ausflugsrestaurant "Zur deutschen Flotte".

Das fertige Hebewerk im Vergleich mit einer zeitgenössischen Postkarte.

Links im Hintergrund zu erahnen eine Eisenbahnbrücke über den Dortmund-Ems-Kanal. Auch wenn im Original sich hier lediglich eine Straßenbrücke befindet. Die nächste Bahnstrecke quert den Kanal erst etwa einen Kilometer weiter nördlich. In der Nähe des Kraftwerkes Datteln. Als kleine Referenz an dieses haben wir noch ein paar hölzerne Kühltürme untergebracht.

Von unten/rechts kommend der Rhein-Herne-Kanal. Links der Kanal zur Ems. Hinter dem Hebewerk geht es nach Dortmund.

Das Unterwasser.

Das Oberwasser.

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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von N-Bahn-Tom am 7. 5. 18
Hallo Lorenz,

das ist ja beeindruckend!! Meinen aller größten Respekt zu dieser Leistung. Die ganzen Fachwerkteile schon alleine anzufertigen, geschweige denn zu löten. Ich kann mir vorstellen was das für eine Pusselarbeit ist. Ebenso gefallen mir die Türme in 3D Druck. Auch die landschaftliche Gestaltung, ich kenne das Original nicht, finde ich überzeugend.

Mit freuNdlichem Gruß,
Thomas

Kommentar von joka am 7. 5. 18
moin lorenz,

wenig worte: wow - chapeau - respekt. eine wunderschöne modellbauleistung.

hg
jörg

Kommentar von MatzeBerlin am 7. 5. 18
Hallo Lorenz,

soll das wirklich im Maßstab 1.160 sein? Das sieht ja richtig Klasse aus und ist sehr ausgewogen. Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschliessen, sehr schön!

Viele Grüße
Matthias

Kommentar von HWST am 8. 5. 18
Hallo Lorenz,
das ist ja ein großes Kino, De8n Schiffshebewerk!! Tolle, filigrane, saubere Arbeit, extra Klasse. Da wurde aber auch wirklich Deine Geduld, ruhiges Händchen, reales Aussehen in toller, authentischer Umgebung belohnt.
Gruß
H-W

Kommentar von amayer am 8. 5. 18
Hallo Lorenz,

ich bin mehr als begeistert angesichts dieser Modellbauleistung! Gleise verlegen und Landschaft darum herum bauen kann jeder - aber ein komplettes Schiffshebewerk im Eigenbau? Noch dazu im Maßstab 1:160! Das verdient meinen vollsten Respekt! Bei den Vergleichsbildern mit den alten Postkarten musste ich zweimal hinschauen. Ich dachte zunächst, das farbige Bild sei eine Aufnahme des heutigen Originals!

Viele Grüße
Andreas

Kommentar von Lorenz am 8. 5. 18
Hallo,
danke an die Leser für die freundlichen Kommentare. Wenn die Zeit es zulässt, werde ich das Ganze sicher auch noch mal in Bewegung festhalten. Bei der "Erlebnis Modellbahn Dresden" im Februar diesen Jahres ist leider nach 3 Stunden der Motor des Hebewerkes überhitzt. Er war wohl eine Nummer zu klein dimensioniert. Insofern existieren bei mir momentan lediglich zwei kurze Videos aus der Bauphase:

https://youtu.be/T-kF-VXt_QY

https://youtu.be/tMsjAu77tJQ

Grüße
Lorenz

Kommentar von _Lio am 9. 5. 18
Wow, was für ein schönes Motiv und meisterhafte Umsetzung! Allergrößte Klasse!

Frank

Kommentar von tauNus am 11. 5. 18
Hallo,

es ist alles gesagt.
Einfach super gemacht.
VG,
Uwe

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