Minianlage Teil II: Idee und Plan - 13. 1. 13

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Dieser Reihe von Beiträgen zeigt den Bau einer minimalistischen N-Anlage in Wort und Bild. Jeder Beitrag beschränkt sich auf einen Schritt, der in maximal neun Bildern beschrieben werden kann. Ich hoffe einige Ideen und Anregungen zeigen zu können. Viel Vergnügen beim Lesen, anschauen und vielleicht auch kommentieren!

Zutaten in dieser Folge:
Beistift und Papier
Ggf. ein Gleisplanprogramm





Kann ein Kreis etwas gehobenen Ansprüchen im Anlagenbau überhaupt entsprechen? Am ehesten vielleicht, wenn man ihn groß genug macht, und der Radius realistische Werte annimmt. Aber ein Kreis auf möglichst kleiner Fläche? Auf einer Testanlage, die klein und kompakt sein soll? Mir schweben Seitenmaße unter einem Meter vor. Es kommt auf einen Versuch an. Durch geschickte Inszenierung lässt sich bestimmt etwas erreichen.

Zunächst einmal darf der Kreis natürlich nicht vollständig sichtbar sein. Kaschieren der engen Radien soll oberste Devise sein. Die Minianlage müsste jedoch, um nicht sofort langweilig zu werden, einen den Verhältnissen entsprechenden einigermaßen abwechslungsreichen Betrieb ermöglichen. Man kann zum Beispiel Rangiermöglichkeiten vorsehen. Doch auf einer Fläche von weniger als 1 qm würde das zum Einbau von hässlichen engen Bogenweichen führen. Es ist schon aufwändig genug, die engen R1-Kurven ohne Weichen mit der Illusion von Realismus zu versehen. Also sollten die Weichen lieber in den verdeckten Bereich verschwinden.

Eine Ausweichmöglichkeit im verdeckten Bereich, vielleicht hinter einer kleinen Hintergrundkulisse, würde es ermöglichen, zwei Züge im Wechsel fahren zu lassen. So die Überlegung. Mit diesem Plan im Kopf und einer mehr oder weniger aus der Luft gegriffenen Grundflächenwahl von 55 cm x 75 cm entstand eine erste Skizze.



Wesentlich bei der Form der "Landschaftsdecke" scheint mir, dass die Landschaft so wirken sollte, dass sie lange vor der Bahnstrecke existiert hat. Um eine gute Szenenwirkung zu erreichen, steigt die Landschaft hinten zur Kulisse an. Damit das Ganze nicht zu uniform wirkt, ist das Oval bzw. die Gleisellipse etwas gegenüber der Grundfläche gedreht, und der tiefste Punkt der Landschaft liegt vorne rechts.

Es gibt zwei Punkte, an denen die Bahnstrecke im Untergrund verschwindet. Einer ist als klassische Tunneleinfahrt geplant. Der zweite Punkt wird durch eine Brücke über das Gleis sozusagen vertuscht. Hinter der Brücke stehen hohe Bäume am Bahndamm, zwischen denen die Strecke verschwinden soll. Eine kleine Straße, vielleicht auch nur ein Feldweg, zieht sich auch durch die Landschaft und gibt Anlass genug für die kleine Brücke und eine Unterführung.

Soweit zum Konzept. Noch ein wenig zur Technik. Die folgenden Techniken möchte ich gerne an der Minianlage testen:
- Oberflächengestaltung mit Fliegendraht und Gips versus Styrodur-Technik
- Gemauerte Bauwerke mit selbst geritzter Steinstruktur aus Sperrholz/Gips
- Felsen aus Gips in dieser Technik: http://www.tw-music.de/modellwelt/NDiorama.htm
- Elektrostatisches Begrasungsgerät GJ05
- Neue Bezugsquelle für Gleisschotter http://www.koemo.de/
- Wirkung einer fotografierten Hintergrundkulisse

Das Ganze vor dem Hintergrund, dass es sich im Grunde um eine Testanlage handelt. Daher sollten soweit wie möglich Bauteile aus der Bastelkiste und vorhandene Materialien verwendet werden.



Der erste Schritt zur Realisierung ist ein 1:1 ausgedruckter Gleisplan. Der Plan sieht vor, dass zwei R1-Weichen von Minitrix zum Einsatz kommen sollen, aus Platzgründen jedoch mit gekürztem geraden Gleis. Die Zwischenbereiche sollen mit Flexgleis ausgefüllt werden. Man könnte im sichtbaren Bereich, wo sogar Platz für ein kurzes gerades Stück gleis ist, auch auf Peco Code 55 oder sogar Code 40 Selbstbaugleise zurückgreifen. Aber, getreu der Bastelkisten-Vorgabe, soll es hier bei einem Code 80 Flexgleis bleiben.



Auf dem gedruckten Plan kann gleich einmal getestet werden, welche Zugkompositionen auf die Mini-Anlage passen. Kurze Loks und vier Zweiachser - dann ist Ende der Fahnenstange. Mehr wäre auch nicht zu erwarten gewesen. Für den Testkreis genügt das voll und ganz.
Die Weichen können bei Gegenverkehr als Rückfallweichen ausgeführt sein und brauchen keinen Antrieb. Eine Zugwechselschaltung ist vorgesehen, so dass nicht immer nur ein Zug im Kreis fährt und man einem abwechselnden Zugverkehr zuschauen kann.


Fortsetzung folgt.


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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Okieh am 14. 1. 13
Hallo Friederich,

du hast da wirklich einen spanneneden Bericht verfasst, Glückwunsch. Also ich werde bestimmt ein treuer Leser deines Bauberichtes sein (sozusagen im Dauerabo), weiter so!

LG
Heiko

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