Minianlage Teil XI: Schotter - 12. 2. 13

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Dieser Reihe von Beiträgen zeigt den Bau einer minimalistischen N-Anlage in Wort und Bild. Jeder Beitrag beschränkt sich auf einen Schritt, der in maximal zehn Bildern beschrieben werden kann. Ich hoffe einige Ideen und Anregungen zeigen zu können. Viel Vergnügen beim Lesen, Anschauen und vielleicht auch Kommentieren!

Zutaten in dieser Folge:
Braune matte Farbe
Kleiner Pinsel
N Gleisschotter
Leim
Wasser
Spülmittel
Verschiedene Borstenpinsel
Zerstäuber




Nach der Funktion der Realismus. Gleise schottern ist für mich eine sehr angenehme und immer wieder erstaunliche Tätigkeit. Erst hat man eine Art Sand, den man mit dem Pinsel lange Zeit hier und dorthin fegt, so leicht, dass man ihn wegpusten kann. Dann tränkt man das Ganze mit einer Flüssigkeit und denkt jedes Mal wieder, jetzt ist alles aus, ein hoffnungsloser Fall, alles wird in sich zusammenfallen. Dann zwingt man sich, viele Stunden nicht hinzufassen - und plötzlich ist etwas so verblüffend steinhartes entstanden, dass man ohne gröbere Gewalt (oder erneutes Anfeuchten) kaum noch verändern kann.



Sie sieht das verlegte Gleis zu Beginn aus. Vor dem Einsatz des Schotters muss aber erst einmal das blanke Schienenprofil mit einer Farbschicht "verrostet" werden. Dazu verwende ich eine matte braune Farbe, z.B. Revell Email. Der Farbton ist Geschmackssache.


Innen- und Außenseite beider Profile müssen vorsichtig eingepinselt werden. Die Kleineisennachbildung kann gerne einen Tupfen abbekommen, die Schwellen nicht. Das bedarf einer gewissen Übung, am besten an einer unkritischen Stelle beginnen.

Während die Farbe trocknet, wenden wir uns dem Schotter zu. Hier sind wir endgültig im Bereich der Wissenschaft angelangt. Die Bandbreite reicht so ungefähr von "Ich kaufe mir eine Dose Gleisschotter im Laden" bis "ich bestelle mir maßstäbliche und realistisch geformte Schottersteine und mische mir die richtige Farbe zusammen." Bei meinem ersten Projekt habe ich überhaupt H0-Schotter erwischt, das ist mir aber erst Jahre späte aufgefallen. Bei diesem Projekt habe ich mich mal an die letztere Variante gewagt und mir Muster von "High-End-Schotter" für N bestellt.




Wesentliche Parameter von Schotter sind die mittlere Steingröße, die Form und die Farbe. Die Größe spielt im Grunde die größte Rolle, denn die Form ist fast nur auf Fotos oder minimalem Betrachtungsabstand zu erkennen, und die Farbe kann man zur Not im Nachhinein noch anpassen.



Ich finde es ganz schön bzw. realistisch, wenn verschieden helle Steine im Schotterbett vorhanden sind, also habe ich kurzerhand mal die drei Braunabstufungen meiner Musterpackerl zusammengemischt. Nicht zuletzt entsteht so auch eine ausreichende Menge für ein einheitliches Schotterbett.



Aus einem kleinen Marmeladenglas gelangt der Schotter aufs Gleis. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl, wie viel das in etwa sein muss. Dann nehme ich mir einen geraden Borstenpinsel und fege das Gleisbett zurecht. Leitlinien dabei sind:

1. Einheitliche Füllhöhe zwischen den Schwellen für ein homogenes Aussehen
2. Die Schräge beginnt erst mit einem leichten Abstand nach dem Schwellenende
3. Insgesamt sollte man das Schotterbett so schmal wie möglich halten, das
verleiht der Trasse ein elegantes Aussehen.



Das Zurechtpinseln bedarf etwas Geduld, aber man hat alle Freiheiten und kann immer wieder etwas korrigieren.



Jetzt wird es noch mal kritisch: um den Schotterkleber einsetzen zu können, muss die Oberfläche eingefeuchtet werden mit Wasser, dem ein kleiner Spritzer Spülmittel zugesetzt ist. Dazu benötigt man einen Zerstäuber, der möglichst wenig große Wassertropfen ausspuckt. Am besten vorher einmal ausprobieren, bevor man sein mühselig geformtes Schotterbett damit torpediert. Nicht sparsam mit dem Wasser sein, Stellen die nicht eingefeuchtet wurden oder schon wieder getrocknet sind, nehmen den Schotterkleber nicht auf.



Der eingefeuchtete Schotter kann sodann mit Leim-Wasser-Spülmittelgemisch getränkt werden. Ich gehe einmal über das Schwellenbett, dann werden die linke und dann die rechte Seite getränkt.



Das Tränken geht schnell von der Hand, man muss nur aufpassen, nichts wegzuspülen. Dann über Nacht trocknen lassen und - fertig. Die Nacharbeiten beschränken sich auf das Freilegen der Schienenoberseite mit einem Gleis-Rubber. Ggf. muss hier und da noch ein Körnchen von der Innenseite der Lauffläche entfernt werden.

Fortsetzung folgt.

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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Trixi am 12. 2. 13
Hoi Friederich,

sehr schön und sauber gearbeitet und auch sehr schön gezeigt und erklärt.

DAMIT können Anfänger was anfangen ;-)

Doei
Trixi

Kommentar von NKarle am 13. 2. 13
Hallo Friederich,
auch ich kann mich Trixi nur anschliessen. Sehr sauber gemacht. Ich habe für mein Schotterbett allerdings Benetzungsmittel und Schotterkleber von minitec.de verwendet. Zum Besprühen habe ich den Zerstäuber eines (nicht lachen) Schnupfensprays (Nasic) verwendet und den Zerstäuberkopf auf eine kleines Medikamentenfläschen gesetzt. Der Zerstäuber zerstäubt sehr fein, fast schon ein Nebel. Da verrutscht kein Steinchen. Als Schotterhilfe habe ich die Schotterhilfe von Digitalzentrale.de verwendet. Funzt auch recht gut, und ist für Anfänger ideal.
Gruss Karl

Kommentar von eisenbahnseiten.de am 14. 2. 13
Vielen Dank für die gut erklärte und gut bebilderte Anleitung zum Thema Einschottern von Gleisen.

Es gibt zwar viele Anleitungen zu diesem Thema im Internet und in der Presse, aber diese Anleitung ist wirklich total einfach und für jeden Modellbahner nachvollziehbar gestaltet.

Grüße Andreas

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