Minianlage Teil IX: Oberflächen und Felsen - 6. 2. 13

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Dieser Reihe von Beiträgen zeigt den Bau einer minimalistischen N-Anlage in Wort und Bild. Jeder Beitrag beschränkt sich auf einen Schritt, der in maximal zehn Bildern beschrieben werden kann. Ich hoffe einige Ideen und Anregungen zeigen zu können. Viel Vergnügen beim Lesen, Anschauen und vielleicht auch Kommentieren!

Zutaten in dieser Folge:
Gips
Farbe
Zeitung
Tapetenkleister
Leim
Wasser
Sägemehl
Getrockneter Kaffeesatz
Beitel




Nachdem nun der Unterbau fertig ist, geht es an das Anfertigen einer geschlossenen Oberfläche. Vorbei die Zeiten, als man als N-Bahn-Bewohner vorsichtig über das weitgewebte Gitter balancieren musste…

Auch hier sollen wieder zwei Techniken zum Einsatz kommen. Erstens klassisch: eine Schicht Gips. Zweitens als Alternative: Leitbau-Oberfläche aus Zeitungspaper (nach einer Anregung von "H-W").

Zuallererst aber mal ein Felsversuch. Bereits im Vorhinein hatte ich (wie man auf einigen Bildern erspähen konnte) die Reste der Spachtelmasse für die Mauern auf dem Berg "entsorgt". Jetzt bin ich dieser Schicht mit einem 12 mm-Beitel zu Leibe gerückt.



Es hilft, sich neben der Baustelle ein Bild einer realen Felsformation zu legen, um sich ein wenig inspirieren zu lassen.




Nach einigem Kratzen und Ritzen sieht es schon ganz an-sehnlich aus. Ich hatte zunächst gedacht, dass die Masse zu Fest für eine Bearbeitung ist. Mit vernünftigem Werkzeug ist das aber überhaupt kein Problem. Was noch fehlt ist eine realistische Farbgebung, die folgt aber erst später.



Das Fliegengitter wird mit Spachtelmasse bestrichen. Es wird dabei einiges an Masse benötigt. Ich habe "Innenspachtel" aus dem Baumarkt verwendet, der sich einige Zeit lang verarbeiten lässt. Einfacher Gips bindet hingegen schneller ab, ist aber prinzipiell auch geeignet.




Bei größeren Projekten könnte die Menge an Spachtelmasse zu sehr hohem Gewicht der Anlagensegmente führen. Daher habe ich noch als Alternative eine "Leichtbauweise" ausprobiert in Form von 4-5 Lagen bekleistertem Zeitungspapier.




Bei großen Flächen geht diese Art der Oberflächenversiegelung deutlich schneller von statten, an den Ecken und Rändern jedoch muss man meist noch mit Spachtelmasse nacharbeiten.



Die Zeitungstechnik hat jedoch einen gravierenden Nachteil: wenn der Kleister auf dem Untergrund nicht gut haftet, verwirft sich die Zeitungsschicht beim Trocknen. Deshalb hat mich diese Variante nicht so sehr überzeugt. Auf Styrodur hält der Kleister besser, löst sich aber auch bei Belastung gerne ab. Vielleicht hätte ich auch etwas Leim beimischen sollen.




So schaut die Anlage nach der Oberflächenverfüllung zunächst einmal aus. Ich habe dann später die sich ablösende Zeitung wieder abgeschnitten und durch Gipsbelag ersetzt.



Als nächstes noch ein Test einer alternativen Spachtelmasse, die für Ecken und Lücken geeignet ist und als direkter Untergrund für Begrünung geeignet ist. Die Idee ist hier her: http://www.tw-music.de/modellwelt/NAnlage/index.htm
Die Masse besteht aus getrocknetem Kaffeesatz (je feiner umso besser), Sägespänen, Leim und Wasser. Mit dem Leim sollte man nicht sparen.



Die Masse lässt sich gut verwenden, um Lücken zu schließen, wie hier im Bereich der Straße im Überhang zu den (noch nicht bearbeiteten) Felsen. Das funktioniert sehr gut. Das Material kann man später wieder mit Leim überpinseln und Begrünungsmaterial aufbringen.

Die Begrünung ist aber noch lange nicht an der Reihe, in der nächsten Folge werden erst einmal die Gleise verlegt.

Wird fortgesetzt.


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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von HWST am 6. 2. 13
Hallo,
schöne Dokumentation.
Bei der Kleister/Papiermethode habe ich den Spezialkleister für schwere Tapeten genommen und ein sattes Mischungsverhältnis. Hat sehr gut gekappt und ist echt knallhart und fest bei 5 Papierlagen.
Bin auf die weiteren Baufortschritte gespannt.
Grüße
H-W

Kommentar von AnTic am 7. 2. 13
Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht.
Den Aufwand, Styrodur zu übergipsen, erspare ich mir. Die gezeigte Struktur lässt sich auch direkt aus dem Styrodur schnitzen.
http://album.enndingen.de/Bauphase/slides/174%20Stollenn-Tunnel%20Ostportal.html

Dann farbig grundieren, akzentuieren und ggf. begrasen
http://album.enndingen.de/Bauphase/slides/175%20Tunnel%20Westwende%20Enndingen.html

Kommentar von Okieh am 7. 2. 13
Hallo Friederich,

sehr sehr schöne Fotos, nach wie vor eine Super-Dokumentation. Das dient mir nicht nur als Anregung sondern hilft mir wirklich weiter beim Bau meiner Anlage, also vielen herzlichen Dank dafür.
Ich freue mich auf weitere Folgen, weiter so!

LG
Heiko


Kommentar von joka am 7. 2. 13
moin moin "fiete" kapuzinger,

eine klasse beitragsserie, unaufgeregt, kurz, knapp und präzise auf den punkt gebracht. ein gutes lehrbeispiel für "weniger ist manchmal mehr". ich dank dir für die bau-idee und die schrittweise und sauber und selbstkritisch kommentierte ausführung. habe ne menge was dazugelernt und freu mich auf die fortsetzung.

lg
jörg

Kommentar von Guido am 7. 2. 13
Sehr schön,
auf das "entsorgen" von Spachtelresten habe ich aus persönlicher Erfahrung verzichtet, das mit dem Zeitungspapier ist mir auch schon passiert, hier hilft tatsächlich nur die dicke Variante.

Nun warte ich mal wieder auf die nächsten Bilder und Erfahrungen.

Kommentar von wolfgang(berlin) am 7. 2. 13
Hallo,

guter Ansatz für Anfänger.Hier kann man sich die ersten Schritte abschauen.
Was mir auffällt - sorry,der Felsen gefällt mir nicht.Zu glatt und wenig scharfe Kanten.Wie es gehen kann..
http://www.tw-music.de/modellwelt/NModul_Burgmodul/kap5.htm
Trotzdem weitermachen !!

wolfgang(berlin)

Kommentar von eisenbahnseiten.de am 8. 2. 13
Wirklich interessante Serie von dem Bau Deiner "Mini"-Anlage!

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

Grüße Andreas

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