Minianlage Teil X: Gleise - 9. 2. 13

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Dieser Reihe von Beiträgen zeigt den Bau einer minimalistischen N-Anlage in Wort und Bild. Jeder Beitrag beschränkt sich auf einen Schritt, der in maximal zehn Bildern beschrieben werden kann. Ich hoffe einige Ideen und Anregungen zeigen zu können. Viel Vergnügen beim Lesen, Anschauen und vielleicht auch Kommentieren!

Zutaten in dieser Folge:
Kork 2 mm
Leim
Flexgleis
2 Weichen
Gleisnägel
Minibohrmaschine mit Trennscheibe
Cuttermesser





Endlich zum wesentlichen Element dieses kleinen Testkreises: die Gleise. Die Wahl des verwendeten Gleissystems ist ja bereits durch die Devise "Quelle = Bastelkiste" festgelegt. Bei einem solchen Unterfangen mit engen Radien lohnt es sich auch nicht wirklich, etwas besonders Anspruchsvolles zu verwenden. Durch entsprechendes Einfärben und Schottern kann man optisch auch noch einiges herausholen, insbesondere wenn keine Weichen im sichtbaren Bereich liegen.

Die Gleise sollen hier auf einer Korkunterlage zum Liegen kommen. Die leicht erhöhte Lage der Gleise im Vergleich zum Trassenbrett ergibt ein realistisch aussehendes Schotterbett auf freier Strecke. Meine bisherigen Projekte (allesamt kleinere Module) sind mit Holzleisten als Gleisunterlage ausgekommen. Für Kork sprechen aber die schalldämmende Wirkung und die Tatsache, dass er leicht in jede beliebige Form zu schneiden ist. Im Baumarkt hatte ich die Wahl zwischen einer Rolle 2 mm-Kork und Korkplatten mit 3 mm Dicke. Ich habe mich dann für die 2 mm-Variante entschieden.


Gleich vorab: Um eine wirklich gute Schalldämmung zu erhalten, muss man noch ganz anderen Aufwand treiben. Da sowohl auf dieser Minianlage als auch auf meiner eingleisigen Modulstrecke meist nur jeweils ein Zug gleichzeitig fährt, ist mir die Dämmung aber nicht so wichtig. Daher nehme ich Schallbrücken durch Gleisnägel und mit einfachen Mitteln fixierten Schotter in Kauf.



Zum exakten Zuschneiden kommt wieder der - inzwischen gut aufbewahrte - 1:1 Planausdruck zum Einsatz, der nach dieser Aktion endgültig in eine Reihe von Schnipseln zerlegt ist. Die Breite der Streifen sollte nicht allzu weit über die Schwellenbreite hinausgehen, denn hier liegt schon die Schräge des späteren Schotterbetts. Bei höheren Korkstreifen (z.B. in H0) macht es wohl auch Sinn, die Ränder abzuschrägen.



Die Korkstücke werden auf die Gleistrasse geleimt. Flächiges Einstreichen ist angesagt, denn Verwerfungen sollten unbedingt vermieden werden. Ich habe die Trasse mit Brettern und Steinen beschwert.



Nach dem der Leim sich verfestigt hat, kann es dann ans Gleisverlegen gehen. Ich fixiere die Gleise mit kleinen Nägeln, die im geschotterten Bereich später wieder gezogen werden können.

Im Bereich des kleinen Schattenbahnhofs habe ich den Kork flächig verlegt. Beim Verlegen der Gleise hat es sich als praktisch herausgestellt, die Lage der Weichen zu markieren, diese zu fixieren und dann von diesen Fixpunkten aus die Flexgleise zu verlegen.




Die hier eingesetzten Minitrix-R1-Weichen haben ein für meine Zwecke zu langes gerades Gleis, das mit der Trennschreibe leicht zu entfernen ist. Beim Einbau von Weichen muss man sich im Klaren sein, welche elektrischen Eigenschaften diese haben. Es gibt Weichen mit Stoppweichenfunktion, mit polarisiertem Herzstück, und manchmal auch mit schlechtem Kontakt zwischen Stammgleis und Abzweig. Diese Eigenschaften wirken sich dann auf die elektrischen Anschlüsse und Trennungen aus, die vorzunehmen sind.




Für einen späteren Automatikbetrieb habe ich auf beiden Schattenbahnhofsgleisen einen abschaltbaren Abschnitt vorgesehen. Mit Isolierschienenverbindern kann man hier Trennungen vorsehen, ein Einschnitt mit der Trennscheibe ist aber auch möglich. Vor dem Fixieren der Gleise nicht vergessen, Anschlussleitungen anzulöten. Die Leitungen verschwinden durch 2 mm-Bohrungen im Untergrund.



Beim Verlegen der Gleise sind ständige Testfahrten unabdingbar. Selbst (oder gerade) auf dieser Minianlage gibt es eine Reihe neuralgischer Punkte. Wenn lange D-Zug-Wagen überall durchpassen, kann in der Breite schon mal nicht mehr viel passieren.



Ich verwende eigentlich am liebsten Flexgleise. Fertig konfektionierte Gleise führen zu einer Reihe von Schienenstößen, hässlichen Schienenverbindern und sind teilweise auch (zumindest bei älteren Exemplaren) leicht durchgebogen. Den optischen Eindruck von engen Radien kann man mit Flexgleisen auch zumindest mit anständigen Übergangsbögen aufpeppen.



Endlich der erste Betrieb auf der Minianlage. Die 78 zieht mit eigener Kraft den ersten Güterzug über die Strecke. Vor dem Schottern sind umfangreiche Testfahrten mit unterschiedlichen Fahrzeugen sehr hilfreich, um jetzt noch auf Schwierigkeiten zu kommen, die später nicht mehr so leicht zu beheben sind. Im Tunnel (der bis jetzt übrigens immer noch abnehmbar ist) hatte ich beispielsweise einen kleinen Knick verlegt, wo meine 86 nicht so ganz durchwollte.


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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von Ennatz am 10. 2. 13
Hallo ,
du arbeitests sehr sauber mit dem Kork,habe auch noch einige Korkplatten vom Baumarkt 3mm.Nur das verkleben will nicht so wie ich das möchte .Bin immer wieder beeindruckt von euch wenn ich diese Bilder hier betrachten kann. Bei mir dauerts etwas noch um einige Fotos reizu stellen.
mgf Ennatz

Kommentar von Guido am 11. 2. 13
hmm also ich hätte den Kork doch komplett verklebt und nach dem verlegen der Gleise sauber geschnitten... welche vorgehensweise die bessere ist keine Ahnung.

Immer wieder schön zu sehen wie es vorangeht.

Super.

Kommentar von Reinhard R.,Landshut am 11. 2. 13
Hallo Friederich,
erstmal danke für Deine Berichte. Das ist echt kurzweilig :-)
Zu Deinem Zitat:
"Wenn lange D-Zug-Wagen überall durchpassen, kann in der Breite schon mal nicht mehr viel passieren"
Kleiner Tip:
Was man gerne außer Acht lässt: Es git auch 27,5m lange Wagen, z.B. den Speisewagen WR4üm-64 / Wrmh 132 von Arnold, LüP 171mm. Vom Trix Trafo-Schwertransporter mal abgesehen die längsten Spur-N-Wagen, also prädestiniert für Lichtraumprofil-Tests.

Grüße Reinhard

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