Minianlage Teil V: Erste Styrodur-Erfahrungen - 15. 1. 13

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Dieser Reihe von Beiträgen zeigt den Bau einer minimalistischen N-Anlage in Wort und Bild. Jeder Beitrag beschränkt sich auf einen Schritt, der in maximal neun Bildern beschrieben werden kann. Ich hoffe einige Ideen und Anregungen zeigen zu können. Viel Vergnügen beim Lesen, Anschauen und vielleicht auch Kommentieren!

Zutaten in dieser Folge:
Styrodurplatte
Holzleim
Cuttermesser





Wenden wir uns als nächsten Schritt einem ersten Teil der Oberflächenherstellung zu. Bei der offenen Rahmenbauweise besteht ja das Hauptkonzept darin, dass zwischen den Gleistrassen zunächst einmal große Offenheit herrscht. Die gilt es allerdings irgendwann im Laufe des Anlagenbaus zu füllen.

Wie schon vorher beschrieben, möchte ich bei diesem Projekt zwei Techniken miteinander vergleichen. Die Fliegendrahttechnik macht sich die Teile des Rahmens als Stützen zunutze und spannt darauf eine dünne Landschaftshaut auf, die man mit Spachtelmasse stabilisieren kann. Statt Fliegendraht kann auch geschichtetes Papier oder Gipsbinden verwendet werden. Die Styrodurtechnik hingegen füllt die Zwischenräume mit Material, statt nur eine Haut zu bilden.

Beide Techniken kommen zu unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Anlage zum Einsatz. Styrodur steht genau jetzt auf dem Programm, nach der Fertigstellung des Rahmens. Fliegendraht kommt erst dann zum Einsatz, wenn weitere Kunstbauten und die Weg- bzw. Straßentrasse schon vorhanden ist, weil das Drahtgeflecht an diesen Elementen mit befestigt wird.

Styrodur ist günstig im Baumarkt zu bekommen und soll relativ leicht zu bearbeiten sein. So mein Kenntnisstand vor Beginn dieses Bauabschnitts. Zunächst habe ich einmal den rechten Anlagenteil mit einer passenden Styrodurplatte ausgefüllt und befestigt.



Unter der Platte befinden sich Kanthölzer, welche das Styrodur vom Absacken abhalten. Nach oben habe ich es durch Unterfütterung unter der Gleistrasse fixiert. Die ist nötig, weil durch die geringe Landschaftshöhe im vorderen Bereich die Styrodurplatte relativ tief sitzen muss.



Die erste Erkenntnis beim Umgang mit Styrodur ist: es wechseln sich konstruktive mit destruktiven Phasen ab. Konstruktiv werden einzelne Schichten aufgebaut, und dann destruktiv mit diversen Hilfsmitteln, vor allem einem Cuttermesser mit langer Klinge, zurechtgeschnitten.




Die Lagen lassen sich mit Weißleim verkleben. Es gibt bestimmt spezielle Styrodurkleber, die schneller aushärten, aber Weißleim tut es auch. Das Aushärten dauert allerdings bis zu einigen Stunden.




Mangels eines Konzepts, wie ich direkt eine oben runde Tunnelröhre im Bogenverlauf in das Styrodur hineinbekomme, habe ich erst einmal einen rechteckigen Querschnitt ausgeschnitten und die Rundung später mit Stryrodur, dass ich aus dem Innenteil des Tunnels ausschneiden konnte, verfüllt. Praktischerweise passt die Höhe der Styrodurplatte mit der gewünschten Durchfahrthöhe zusammen. Die Durchfahrthöhe hängt stark davon ab, ob man einen Oberleitungsbetrieb plant oder nicht. Da ich mir zumindest das Fahren mit höhenbegrenztem aber ausgefahrenem Bügel offenhalten möchte, sind ca. 5 cm lichte Höhe ab Schienenoberkante vorgesehen. Lieber zu viel, als zu wenig. Im Unterschied zum Bild wird das Gleis später noch 2 mm höher liegen.




So schaut die Landschaftsoberfläche im rechten Teil der Anlage nach einiger Schneiderei aus. Man kann schon erkennen, wie das ganze später einmal aussehen wird. Der steile Hang soll einmal eine Felswand werden.







Die Köf macht ihre erste Testfahrt durch die gelbe Styrodurwüste. Fazit nach einigen Stunden Schnitzerei: Interessanter Baustoff, der aber einiges an Bearbeitungszeit benötigt. Ebene Flächen und steile Hänge sind schnell erstellt. Auch Auffüllungen wie die Böschung des Bahndamms im vorderen Bereich sich wunderbar rasch anfertigen. Leicht gewölbte Oberflächen wie die Kuppe meines Hügels hingegen sind sehr zeitaufwändig und - wahrscheinlich - einfacher mit der Fliegengittermethode umzusetzen. Das aber nur vorab. Der direkte Vergleich folgt später.

Wird fortgesetzt.


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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

Kommentar von AnTic am 16. 1. 13
Hügel und Kuppen habe ich oftmals aus Bauschaum-Häufchen gestaltet. Erst auf Zeitungspapier aufgesprüht, trocknen lassen, zurecht geschnitten, auf die Anlage geklebt. Hier zu sehen:
http://album.enndingen.de/Bauphase/slides/206%20Hoher%20Ennder.html
Und auf weiteren Bildern im Ordner Bauphase.

Kommentar von Okieh am 16. 1. 13
Hallo Friederich,

ich habe auch erste positive Erfahrungen mit Styrodur gemacht (hier zu sehen: http://www.mobablog.info/blog.php?id=1494) und werde es auf meiner Anlage "Fleetsiel" auch einsetzen. Allerdings nehme ich lieber Sekundenkleber, dann kann ich sofort weiter arbeiten. Mit Weißleim hat es bei mir sogar länger als 1 Tag gedauert, bis es trocken war (vielleicht war der Leim auch überlagert). Ich bin gespannt auf die Fliegengittermethode und den anschließenden Vergleich (und natürlich auf alle weiteren Folgen deines Bauberichtes)!
LG
Heiko

Kommentar von eisenbahnseiten.de am 17. 1. 13
Sieht schon sehr gut aus, bin schon auf weitere Fotos vom Baufortschritt gespannt! Wird sicherlich eine schöne kleine Fahranlage!

Die Verwendung von Styrodur finde ich gut, da Gips doch meist sehr schwer wird und schnell zerbrösselt/bricht.

Grüße Andreas

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