Nachträgliche Herzstückpolarisierung - 15. 11. 17

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Wir hatten bei uns schon immer mit ein paar störrischen Weichen zu kämpfen, auf welchen Züge ab und an stehen blieben. Chronischer Kontaktmangel war hier die Ursache. Wir haben uns bei Bau die etwas aufwendigere Verkabelung und die teureren Weichendecoder oder Antriebe mit Schalter gespart. Der Strom für das Herzstück wurde bei unseren Peco Code55 Weichen über die Weichenzungen von den Backenchienen abgenommen. Meist klappte das auch, aber leider nicht zuverlässig.

Jetzt habe ich mich entschlossen unsere 40 Weichen im Bahnhof allesamt nachzurüsten.

Dafür hab ich einerseits nach einer Möglichkeit gesucht das Herzstück möglichst unauffällig anzuschließen ohne die Weichen demontieren zu müssen. Geschottert sind sie glücklicherweise noch nicht, aber auch das wäre mit meiner Methode möglich, wenngleich ein kleinwenig aufwendiger.
Zweitens musste ich eine platzsparende Schaltmöglichkeit finden, welche sich nachträglich noch unter der Anlage montieren lässt.

Lange zeit habe ich diese zeitaufwendige und knifflige Geschichte verschoben und mich davor gedrückt. Nun wurde es angepackt.
Hier ein paar Bilder dazu.


Hinter dem Herzstück habe ich einen Messingnagel in der Größe eines Gleisnagels gesetzt und zuvor einen Draht daran angelötet. Dieser Nagel dient mir als Lötpad oder Anschlusspunkt.

Hier sieht man den bereits fertigen Anschluss an einer anderen Weiche und den Schalter für den ich mich entschieden habe. Ich habe diese Stelle gewählt, da sie recht schwer einsehbar ist und die Lötstelle außen an den Schienen sein sollte um die Radkränze der Fahrzeuge nicht zu stören.

Bevor ich mich für meine aktuelle Lösung zur Befestigung des Schalters entschieden habe, probierte ich 2 Lösungen aus. Links sieht man ein größeres Schaltermodell, welches mir aber zu klobig war und sehr laute Schaltgeräusche gegenüber dem sonst fast lautlosen Servos erzeugt. Auch die Befestigung mit nur einer Schraube auf dem Servo geklemmt ist nicht gerade professionell gelöst. Rechts habe ich den jetzigen Schalter verwendet, womit ich sehr zufrieden bin. Aber die Befestigung mit einem Nylon Distanzbolzen ist ist wirklich zuverlässig. auch muss hier immer vorgebohrt werden und das ist unter der Modellbahn mit Kabeln und evtl. darunter verlaufenden Trassen nicht so einfach wie man erst glaubt.

Ich habe mich für einen kleinen Alu-Montagewinkel entschieden. Mein Material dafür kann man hier gut erkennen

Hier habe ich 40 Stück dieser benötigten Winkel erstellt. Es hat zwar 3 Stunden in Anspruch genommen aber ich denke der Aufwand lohnt sich

Auf dem Bild ist der Schalter bereits mit dem Winkel verschraubt. Die Schrauben sind hier M2x10. Weiterhin sind die Kabel bereits angelötet. Der Winkel kann auf beiden Schaltern des Servohorns verbaut werden und ist ein Umschalter, der den jeweiligen Pol auf das Herzstück verteilt. Es könnten aber auch 2 dieser Schalter rechts und links verbaut werden, wobei jeder nur als Schließer fungiert und je einen Pol bei erreichen der jeweiligen Endlage auf das Herzstück leitet.

So sieht die ganze Konstruktion dann im fertigen Zustand aus. Der Servohebel ist hier nach rechts gedreht (Weichenzungen nach links gestellt). Der linksseitig montierte leitet hier bei geöffneten Zustand Strom ans Herzstück. Beim Umschalten wird der Schalter betätigt. Der Schaltpunkt sollte zur Vermeidung von Kurzschlüssen etwa in der Mitte des Stellweges liegen.

Das ganze gibt es auf unserer Website unter:
www.n-modellbahn.de/herzstueckpolarisierung/

ausfühlich zum Nachlesen mit weiteren Bildern und einer 3-teiligen Videoserie in der ich das alles noch ausführlicher zeige und erkläre.

Ich kann mir auch weitere Einsatzzwecke für diesen Schalter vorstellen. So könnte er an Weichen auch als Rückmelder und zur Stellpultausleuchtung dienen. Aber auch für andere Bewegungen, welche nachträglich mit Schaltkontakten verbunden werden sollen ist das System einsetzbar.

Viele Grüße und Spaß beim Basteln

Jörg von www.N-Modellbahn.de

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